Beuge dem Identitäten-Klau vor: eigene Claims aufbauen

Identitäten-Klau ist ein Begriff, der im Zusammenhang mit sozialen Netzwerken immer häufiger verwendet wird. Damit ist gemeint, dass komplette Profile auf diesen Netzwerken wie XING oder MySpace professionell gefälscht werden. Identitäten-Klau erfordert zwar einen hohen Aufwand, ist aber bei einer erfolgreichen Umsetzung mit schwerwiegenden Problemen für Personen verbunden, die bisher noch nicht sonderlich aktiv im Internet aufgetreten sind.

Der Grund für diese Probleme könnte einfach die Voraussetzung sein, die viele Personalverantwortliche in Unternehmen oder aktuelle und zukünftige Geschäftskollegen mehr und mehr stillschweigend treffen: Unter dem Namen (mit oder ohne Abgabe des Wohnorts) sollte sich bei Suchmaschinen wie Google oder Personensuchmaschinen wie Yasni schnell etwas relevantes zur betreffenden Person finden lassen. Möglicherweise wird man hier etwas finden, dass überhaupt nicht passt, möglicherweise findet man auch etwas, was ziemlich gut passt, aber leider dann doch nicht zutreffend ist. Ob ein Bewerber oder Geschäftsfreund davon erfährt, ist dann eher zufällig. Bei Personalauswahlverfahren mit einer Vielzahl von Bewerbern ist davon auszugehen, dass einfach die Bewerbungsunterlagen aussortiert werden.

Deshalb sollte man keinesfalls die eigne Online-Reputation dem Zufall überlassen. In diesen Zusammenhang tauchen dann recht schnell die Marketing-Begriffe Branding und Claim auf. Witzigerweise führen beide Begriffe zurück in den Wilden Westen. Unter Branding verstand man ursprünglich das Einbrennen eines Namen oder Logos auf dem Rücken der eigenen Rinder. Claims hingegen waren Markierungen, die man vor gefundenen Goldadern anbrachte, um mit seinen Logo oder seinen Namen die Besitzrechte anzuzeigen.

Auch in den Zeiten des Internets gelten gelegentlich die rauen Sitten des Wilden Westens. Insbesondere bei der Auseinandersetzung um Domain-Adressen wird mit harten Bandagen gekämpft. Um gegen Identitäten-Klau gewappnet zu sein, braucht man eine konsequente Online-Strategie. Dies bedeutet zunächst, dass man bei den sozialen Netzwerken sich um Profilaufbau bemühen sollte, die für die weitere berufliche Entwicklung relevant sind. Für Dozenten und Tätige im Bildungsbereich ist beispielsweise dozentenscout.de relevant. Hier findet man möglicherweise noch recht einfach eine freie Adresse mit seinem Namen oder seiner Firmenbezeichnung. Bei allgemeinen Businessplattformen wie XING ist das schon schwieriger. Mit meinen Namen “Rainer Meyer”, der sehr weit verbreitet ist, konnte ich leider nur eine weniger schöne Adresse bekommen: http://www.xing.com/profile/Rainer_Meyer7. Sichern sollte man sich auf jeden Fall auch eine Domainadresse mit .de- oder .com-Endung, die möglichst den eigenen Namen und/oder die eigene Firmenadresse enthält.

Damit sind schon einige Schritte zur Sicherung gegen Identitäts-Klau getan. Abgerundet wird dies noch durch eine Open-ID, wo man seine Online-Profile zu einem Claim zusammenfassen kann. So habe ich unter http://rainermeyer.yiid.com verschieden Online-Profile (einschließlich meiner Homepage) zusammengefasst und kann diese Adresse dann wie eine virtuelle Visitenkarte weitergeben.

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