Information im Web 2.0 – Achtung, Falschmeldung!

Eine Umfrage förderte für manch einen wenig überraschende Tatsachen zu Tage: Das Web 2.0 steckt als Nachrichtenmedium noch in den Kinderschuhen! Weit überraschender ist allerdings das statistische belegte Maß an Misstrauen, das dem neuen Kommunikationskanal entgegengebracht wird. Lediglich 9 Prozent der Bundesbürger nutzen Blogs, Foren oder Twitter als Informationsmedium! Woher rührt diese deutlich ablehnende Haltung des Durschnittsdeutschen?

Da der Mensch bekanntermaßen ein Gewohnheitstier ist, hat er eine grundsolide Barriere gegenüber allem Neuen errichtet. Das belegt die nun statistisch untermauerte Führungsposition der guten alten Fernsehnachrichten als Informationskanal Nummer Eins einmal mehr. Diese Barriere wird verstärkt durch die nicht überall ausgeprägte Technik und Internetaffinität: Informationsbeschaffung im Web 2.0 setzt voraus, dass man das Internet überhaupt zu nutzen weiß! Ist diese Hürde gemeistert, steht man vor der Wahl, den etablierten Meinungsmachern (BILD, Spiegel etc..) auf ihre Homepages zu folgen oder aber in die etwas verwirrenden Abgründe der „Blogosphere“ herabzusteigen. Dort angekommen begegnet man oftmals recht unsortiert wirkenden Seiten, die dem Besucher News anbieten, die er ohnehin bereits auf den etablierten Nachrichtenseiten einsehen konnte. Auch der Blogger benötigt eine Quelle! Der Vorteil der Web 2.0 News liegt jedoch in der Unabhängigkeit und persönlichen Note der dort erscheinenden Beiträge. Lobbyismus wird hier oftmals torpediert durch aufklärerische, humorvoll satirisch eingefärbte oder sich an der Grenze zur Denunziation bewegende Artikel von Privatpersonen.

Diese Art Spartenjournalismus beherbergt jedoch naturgemäß ein hohes Maß an Selbstdarstellung und die Gefahr der Tatsachenverfälschung. Der regelmäßige Besucher der Blogosphere ist mit diesem Phänomen bestens vertraut: Die berühmten „fifteen minutes of fame“ sind in der heutigen Zeit nirgends leichter zu erlangen, als in den Tiefen des Web 2.0. Orientierungslose, Weltverbesserer und selbsternannte Koryphäen auf einzelnen Themengebieten verbreiten ihr „Wissen“ hier ohne Gegenkorrektur und Chefredakteur. Die Skepsis des Internetusers gegenüber dem Informationsmedium Web 2.0 erscheint unter Berücksichtigung dieser Tendenz mehr als gerechtfertigt. Interessanterweise trauen jedoch 60% der in der oben genannten Studie Befragten den Boulevardblättern ebenfalls eine manipulierte und unseriöse Berichterstattung zu. Muss es folglich also zur Maxime der Blogosphere und Twitterszene werden, in solchem Umfang Nonsens, Überflüssigkeiten und Falschmeldungen zu verbreiten, bis sich ein jeder daran gewöhnt hat und einen als etablierten Newskanal akzeptiert? Einige Teilnehmer scheinen dahingehend bereits auf gutem Wege zu sein….

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