Talkabaout ist eine etablierte PR-Agentur mit Firmensitz in München und namhaften Kunden. Für die Deutsche Bahn verantwortet talkabout jetzt die “Influencer Relations”. Gründer und Geschäftsführer Mirko Lange kümmert sich also um die Kommunikation außerhalb der Plattformen der Bahn.
Mirko Lange, Mitglied des dreiköpfigen Managements von talkabout, hat sich die Zeit genommen um uns einige Fragen zu beantworten.
Interview mit Mirko Lange
1.)
Der Agenturname talkabout steht für “Making people talk about you”. Wer sind die “people”, die für Ihre Kommunikationsarbeit wichtig sind?
Grundsätzlich jeder Stakeholder unseres jeweiligen Kunden. Also all die Menschen, die in irgendeiner Weise Einfluss auf den Erfolg oder Misserfolg haben. Aber aus Effizienzgründen konzentrieren wir uns auf die „Influencer“, also die Leute, deren Stimme besonders viel Gewicht hat – und die auch gerne diskutieren. Das sind in erster Linie Journalisten und im Social Web aktive Menschen.
2.)
Wie identifizieren Sie die Influencer? Wieso brauchen Sie Influencer für die Media Kommunikation und wie lassen sich diese lebenden Instrumente –wenn überhaupt– steuern und einsetzen?
Der erste Schritt zur Identifikation von Influencern ist, überhaupt erst einmal herauszufinden, wer über ein bestimmtes Thema schreibt. Und von denen selektieren wir die wichtigen: Kriterien dafür können sein, wie oft deren Postings kommentiert oder weitergeleitet werden oder deren Reichweite. Da ist noch einiges an Handarbeit dabei. Und wir brauchen die „Influencer“, um – wie oben schon gesagt – effizient die Menschen zum Reden zu bekommen. Ansonsten halte ich das Wort „lebende Instrumente“ für verfehlt, und auch die Vorstellung des Steuerns. Das ist die falsche Haltung. Wenn wir für einen Kunden sprechen, dann haben wir eine bestimmte Art von Begeisterung oder zumindest Interesse für ein Thema. Und das wollen wir mit den Influencern teilen. Da brauchen wir nichts zu „steuern“. Den Einfluss gewinnen wir, indem wir – wie im echten Leben auch – die Menschen für unser Thema gewinnen. Und bei manchen gelingt es, bei anderen nicht. Und das ist gut so.
3.)
Haben PR-Agenturen schon umgelernt? Wie können Social Media Relations in die klassischen Kommunikationsstrategie mit einbezogen werden?
Ich kann nicht viel über andere Agenturen sagen. Viele haben sicherlich schon „umgelernt“, wobei das auch ein andauernder Prozess ist. Und andere bedienen halt hauptsächlich Kunden, die dem Thema selbst skeptisch gegenüber stehen. Die fühlen sich im „alten Paradigma“ noch recht wohl, und das hat ja auch noch seine Berechtigung. Ansonsten gehört für uns „Social Media“ zu Kommunikationsstrategien wie die Luft zum Atmen. Deswegen fällt es mir schwer, die Frage zu beantworten, wie man Social Media Relations in die Kommunikationsstrategie mit einbezieht. Man vernetzt sich mit Menschen, erreicht mehr Online-Journalisten und Blogger, kommuniziert verstärkt aus persönlicher Perspektive, nutzt die multimedialen Möglichkeiten, die einem das Social Web bietet, recherchiert nach Themen über die die Menschen sprechen usw. usw. Wie gesagt: Ich halte das heute für absoluten Standard.
4.)
Heute gibt es keinen Presseversand per Fax mehr. Was macht die heutige Agentur Talkabout im Alltag außerdem anders als vor zwölf Jahren?
Puh! Sie stellen Fragen! Ich kann die Frage nicht beantworten – und will das ehrlich gesagt auch nicht. Wir sind schon immer eine sehr dynamische Agentur gewesen, die sich sehr schnell den Marktgegebenheiten angepasst hat. Da ist immer etwas in Veränderung. Ich kann Ihnen allerdings sagen, was sich in all den Jahren nicht verändert hat: Für uns gilt immer noch wie am ersten Tag der Dreiklang „Debatten führen, Fürsprecher gewinnen, Werte schaffen“.
5.)
Für welche Kunden sind Social Media Relations heute wichtig und warum?
Für jeden, der irgendwie von Nähe profitieren kann. Nähe zu Stakeholdern. Nähe zum Markt. Also eigentlich jeden. Jeder Vertriebsmitarbeiter weiß, dass das persönliche Gespräch das beste Verkaufsinstrument ist. Dumm nur, dass man in seinen Möglichkeiten da bisher ziemlich begrenzt war und deswegen auf unpersönliche Massenkommunikationsmittel zurückgreifen musste. Und Social Media gibt einem jetzt die Möglichkeit, das persönliche Gespräch zu skalieren. Man wird lange nicht die Reichweite generieren wie in klassischen Massenmedien, aber immer noch ein Vielfaches der normalen persönlichen Kommunikation. Natürlich ersetzt Social Media das persönliche Gespräch in Real Life auch nicht, aber es gibt kein anderes Medium, das dem so nahe kommt.
6.)
Aktuelle Studien belegen, dass die Resonanzanalyse im Bereich Social Media bei vielen Unternehmen zu kurz kommt mangels Zeit und Know-how? Wie messen Sie die Reichweite? Welche Tools nutzen Sie?
Gar nicht.
7.)
Auf Ihrem Blog http://blog.talkabout.de/ und auf Ihrer Agenturseite haben Sie den Spreadly Like-Button eingebaut. Was hat Sie zu dieser Entscheidung gebracht?
Ich finde die Lösung smart und möchte sie ausprobieren.
8.)
Wie können Social Sharing Tools die Kommunikationsarbeit ergänzen?
Ich halte das einfach für ein wichtiges Element. Fast schon einen Hygienefaktor. Wen etwas interessiert, der möchte es teilen. Und wir als Kommunikatoren sollten es denen einfach machen.
9.)
Wieso ist Ihrer Meinung nach Social Sharing wichtig?
Wie gesagt: Wen etwas interessiert, der möchte es teilen. Und wir als Kommunikatoren sollten es denen einfach machen.
Vielen Dank !



