Tag Archive for 'social network'

1500 Communitys bei yiid!

Das ging schnell! Gerade einmal gute zwei Monate sind vergangen zwischen dem Errreichen der magischen 1000 und unserem aktuellen Zwischenstand von stolzen 1500 Communitys. Das Schöne daran ist, dass kein Ende abzusehen ist. Social Networks boomen und es gibt keine Sparte oder Interessengruppe, die nicht ihren eigenen Tummelplatz im Cyberspace vorweisen könnte. Immer wieder tauchen neue Netzwerke auf, die zwischen praktisch, sinnlos oder einfach nur kurios anzusiedeln sind. Aus gegebenem Anlass liefern wir heute in loser Reihenfolge eine kleine, bunt gemischte Top 10 aus den bei yiid eingetragenen Netzwerken. Ein virtuller Geschenkkorb für Community Nummer 1500 geht an dieser Stelle an http://dracosodalis.yiid.com , unseren Poweruser, der mit dem Hinzufügen von http://www.twinity.com (erinnert auf den ersten Blick an Second Life) die neue Bestmarke einstellte. Hier also ein kleines “Best of yiid” :

Otternetz: Eine Hommage an den pelzigen kleinen Freund und gleichzeitig mit Focus auf den Umweltschutz ausgerichtet. Ein relativ junges Netzwerk, das jedoch als weiterer Beleg dafür dient, dass Communitys rund um die Tierwelt bzw. Haustiere voll im Trend liegen. Wer sich die Communipedia anschaut, wird immer wieder über diese Thematik stolpern.

Ning: Ning bietet die Möglichkeit, mit einfachsten Mitteln ein eigenes Netzwerk zu installieren. Angesichts der zu Beginn erwähnten, riesigen Nachfrage nach Communitys aller Art ist das natürlich die ultimative Krönung: Jedem sein eigenes persönliches Königreich. Geniale Idee und deshalb ein verdienter Platz in dieser Auswahl.

Stehpisser: Ja, sie haben richtig gelesen! Stehpisser verfolgt den Anspruch, der weltweit verfolgten, wohl überwiegend männlichen Spezies der in aufrechtender Haltung Urinierenden einen Anlaufpunkt zum gegenseitigen Austausch bieten zu wollen. Ob das ernst gemeint ist? Können wir schwer beurteilen, aber die Community existiert unbestritten.

Venyoo: Der vielleicht beste Eventkalender im deutschsprachigen Raum bietet ein unglaubliches Angebot an verschiedenen Veranstaltungen. Noch dazu erlaubt die Seite den Login per OpenID und die Indizierung der Eventdaten durch yiid. Ein Muss für jeden Ausgehfreudigen!

Babyvoten: Eifrige Eltern präsentieren ihren Nachwuchs zur Bewertung durch die anderen User. Das Konzept hat in unserem Team für heftige Diskussionen gesorgt, ob es moralisch verwerflich sei, das eigene Kind zur Benotung zur Schau zu stellen. Wer sich an der Diskussion beteiligen möchte, dem steht die Review-Funktion in der Communipedia offen.

Qype: Qype sorgte in dieser Woche für Schlagzeilen durch die deutlich sinkenden Nutzungszahlen im abgelaufenen Februar. Nichtdestotrotz eine interessante Seite, auf der User Dienstleistungen und Locations aller Art bewerten können.

LastFM: Mittlerweile ist LastFM sicherlich kein unbekannter Player mehr im Social Media Bereich, allerdings ist der ganz große Sprung in den breiten Mainstream auch noch nicht gelungen. Zyniker würden die Seite wohl als das bessere Myspace bezeichnen: Hier dreht sich alles um Musik, die dem User passend zu seinen Präferenzen gereicht wird.

StudentSN: Parallel zur VZ-Gruppe hat sich hier ein Startup junger deutsch-türkischer Entrepreneurs zum echten Mitbewerber gemausert. Die beeindruckenden Nutzungszahlen sind wohl nicht zuletzt auf ein breites Angebot an kostenpflichten Dienstleistungen, wie etwa den Download von Hausarbeiten und Referaten zurückzuführen. Besonders interessant vor dem Hintergrund der aktuellen Aussage von Gründer Ibrahim Tarliq, im laufenden Jahr zum europaweiten Marktführer im Bereich Digitaler Content aufsteigen zu wollen. Man darf gespannt sein, wohin der Weg geht.

Twitter: Was ist über Twitter nicht schon geschrieben und gesagt worden? Kaum eine Plattform hat einen solchen Hype ausgelöst und gleichzeitig in manchen Bevölkerungsteilen so breites Unverständnis hervorgerufen wie der 140 Zeichen Microblogging-Dienst. Twitter ist und bleibt faszinierend, informativ, polarisierend und dynamisch.

Bauchvergleich: Zum Schluss noch ein besonderes Schmankerl, nämlich den Bauchvergleich. Stellen sie ihren Waschbär- oder Waschbrettbauch zur Schau und voten sie sich durch die Bäuche der anderen User. Bizarr – aber es sind doch genau diese Netzwerke, die einem beim ersten Besuch eine diebische Freude bereiten, oder etwa nicht?

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Es hat yiid gemacht!

Nachdem die Kollegen von XING gestern mächtig Prügel bezogen für ihre “Es hat XING gemacht” Kampagne, in der ganz offensichtlich XING-Mitarbeiter als Testimonials auftreten, ist uns spontan die Idee zu einer kleinen Eigeninterpretation gekommen. Ob XING mit seiner Kampagne eine bewusste Täuschung  der potentiellen Kunden begangen hat und wie weit das zu tolerieren ist, möchten wir hier nicht diskutieren. Dafür gibt’s in einer kleinen, nicht übermäßig ernst gemeinten Fotostrecke jetzt also die persönlichen yiid-Momente unserer Mitarbeiter. Gekostet hat uns das: Eine Stunde Zeit zur Installation des “Dark Rooms”, jede Menge Lacher beim Fotografieren und einige Klicks im Photoshop. Damit dürften wir die Ausgaben von XING vermutlich unterboten haben ;-) Das Resultat kann sich auf alle Fälle sehen lassen, wie wir finden. Es hat yiid gemacht!

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Community-Test: Ikea Hej

Nach zögerlichen ersten Twitteraktivitäten und erfolgreichen, viralen Marketingstunts bei Facebook entert Ikea den Social Media Bereich nun richtig. Erst 2010 die eigene Community zu starten, mag auf den ersten Blick verspätet wirken, aber der schwedische Möbelgigant kann es sich angesichts seiner Marktführerpositionen und den trotz Wirtschaftskrise wachsenden Umsätzen wohl erlauben, einem Projekt eine gewisse Vorlaufzeit einzuräumen. Das weckt auf der anderen Seite natürlich Erwartungshaltungen, die es zu erfüllen gilt. Die “Hej Community” ist zum Erfolg verurteilt, schließlich ist die Zielgruppe gewaltig groß und das Standing des Konzerns und seiner Produkte in der öffentlichen Wahrnehmung überwiegend positiv.

Ikea geht technisch dabei einen eigenwilligen Weg, denn die gesamte Community ist Flash-basiert und schlägt den Suchmaschinen und Mobilgeräten damit die Tür vor der Nase zu. Natürlich ist man auch nicht darauf angewiesen, sich über Klicks und Werbeeinnahmen zu finanzieren, weshalb Hej sich am besten als eine marketingrelevante Daten sammelnde Hommage an den Konzern verstehen lässt. Eine gewaltige Werbekampagne im Vorfeld des Launchs fand ebenfalls nicht statt, Ikea begnügte sich damit, sein Publikum mit kostenlosen Mandeltartes für die ersten 22.222 User zu ködern, denn Liebe geht eben doch durch den Magen. Zusätzlich durfte man vor dem eigentlichen Start der Community auf der Hej-Domain eine reale Person namens Niels bei ihrem Leben im Ikearaum bewundern oder sich in einer “Green Box” filmen lassen, um später seinen eigenen animierten Avatar nutzen zu können. Diese Atmosphäre des gemütlichen Beisammenseins wird bei der Anmeldung konsequent fortgesetzt, denn wer mitmachen möchte, muss einige Daten von sich preisgeben und wird über die Ikea Family Card, die einem per Post zugeschickt wird, ein Mitglied der schwedischen Familie. Böse Zungen mögen von Zwangsrekrutierung sprechen, aber Ikea gibt sich mit der gesamten Community auch keine Mühe, den Eindruck zu zerstreuen, dass man die Brücke von der virtuellen Realität zu knallharten Umsätzen im Möbelhaus schlagen möchte.

Nach dem erfolgreichen Informationsaderlass bei der Registrierung kann man mit der Einrichtung eines persönlichen, virtuellen Raumes beginnen. Ein animierter Avatar hüpft durchs Flashkämmerlein, das man in allen erdenklichen Variationen mit Ikeaartikeln versehen kann. Von der Wandfarbe bis zur Tischdekoration hin sind der (wohl überwiegend weiblichen) Fantasie keine Grenzen gesetzt. Verhinderte Innenarchitekte dürften ihre helle Freude haben, wenn auch die nichtvorhandenen Freiheiten bei der Platzierung einzelner Gegenstände und die nervigen Ladezeiten den Spaß etwas trüben. In jedem Falle werden dem Nutzer hier, ohne dass er sich zum nächstgelegenen Einrichttunstempel bewegt hätte, ganz dezent die Artikel des Ikea-Sortiments nähergebracht. Ansonsten bietet Hej die übliche Palette an Communityfunktionen, die man erwarten würde: Man kann sich mit anderen Bewohnern anfreunden, deren Räume bewerten und kommentieren oder sich im überaus lebendigen Forum über den Aufbau von Möbeln, Gestaltungsmöglichkeiten und Produkte austauschen.

Fazit: Heimwerkercommunitys funktionieren seit Jahren ausgezeichnet und Ikea dürfte eine Menge Nutzer aus diesen kleineren Netzwerken abziehen. Hej präsentiert sich erwartungsgemäß vom Start an als eine lebendige Community, die weiteren Zulauf generieren wird. Der Dialog um die Marke Ikea wird in gleichem Maße boomen wie die Umsätze an den Ikeakassen. Über die Umsetzung der Seite in Flash und die manchmal aufdringlich wirkenden Farben und Animationen der Steuerungselemente lässt sich genauso streiten wie über den Sinn einer virtuellen Zimmereinrichtung, aber als Marketinginstrument und Kommunikationskanal wird Hej für Ikea zweifellos wertvoll werden.

Fokus yiid: ednetz.de-Gründer Sebastian Blum im Interview

Im Rahmen der Reihe “Fokus yiid” möchten wir in unserem Blog in nächster Zeit interessante Personen aus unserem Umfeld vorstellen, seien es yiid-Nutzer, yiid-Mitarbeiter oder Partner unseres Projektes. Den Anfang macht hierbei Sebastian Blum. Sebastian ist der Gründer von www.ednetz.de , einer Community aus dem bayerischen Raum, die wir als unseren aktuellsten Partner im Suchindex von yiid begrüßen durften. Grund genug, Sebastian die Möglichkeit zu geben, sich und sein Netzwerk näher vorzustellen.

yiid: Sebastian, wir freuen uns, dass ihr euch entschlossen habt, bei uns mit dabei zu sein. Verrate unseren Lesern doch ein wenig über dich als Person und gib uns einen kleinen Einblick in die Community ednetz.de. Woher kommt ihr und welchen Ansatz verfolgt ihr mit eurem Netzwerk?

Sebastian: Mein Name ist Sebastian Blum und ich komme aus München. Ich habe in Regensburg Diplom-Wirtschaftsinformatik studiert und arbeite aktuell als Inhouse-SEO eines Nachrichten-Portals. Während meines Studiums habe ich den Party-Blog ednetz.de gestartet und über die Jahre zu einem sehr erfolgreichen sozialen Netzwerk weiterentwickelt. ednetz unterscheidet sich von anderen Social Networks durch die sehr tiefe regionale Vernetzung zwischen den Mitgliedern und einem großen Heimatbezug unserer User.

yiid: Der Hype um Facebook und das Universum an Anwendungen, die darum entstehen, scheint momentan einen Höhepunkt erreicht zu habe.  Spürt man die zunehmende Rolle von Facebook im Social Network-Bereich als Community-Betreiber oder nimmt man den Giganten aus Übersee gar nicht als Konkurrenz wahr?

Ich persönlich finde, dass man die Nutzung von Facebook und ednetz nicht vergleichen kann. Auf ednetz kommunizieren die Mitglieder mit ihren regionalen Freunden und richten sich sehr aufwändig ihr Profil ein. Facebook wird vielmehr als Infomations-, Unterhaltungs- und Spiele-Plattform wahrgenommen. Gerade durch die letzten Facebook-Updates wurde die Gewichtung der Profile in den Hintergrund gestellt und der News-Feed mit Spielen, Status-Meldungen und Unterhaltung in den Vordergrund gerückt. Allerdings lässt sich feststellen, dass bei uns im Münchener Umland fast jedes Mitglied nicht nur bei ednetz,  sondern auch bei den Lokalisten oder Facebook ein Profil pflegt.

yiid: Wie du zu Beginn erwähnt hast, bist du neben deiner Gründertätigkeit auch hauptberuflich im Online-Bereich aktiv und somit ein echter Netz-Insider. Welche Entwicklungen und Trends siehst du 2010 auf uns zukommen?

Ich bin der Meinung, dass sich 2010 einige Veränderungen abzeichnen werden. Einerseits denke ich, wird sich der Hype um Social Media legen und Social Media wird zu einer effizienteren Form des Customer-Relation-Ship-Management und der Public Relations werden. Zweitens denke ich, wird es einen enormen Konkurrenzkampf bei SEM und SEO zwischen vielen großen und unzähligen kleinen Webseiten geben. Erfolgreich werden vor allem Nischenstrategien und technisch aufwändige SEM-Kampagnen über mehrere 10.000 Keywords sein. Drittens befürchte ich, dass der Markt für die meisten Zielgruppen gesättigt ist und wir auf  einen knallharten Verdrängungswettbewerb zwischen vielen Plattformen zusteuern. Ich erwarte eine deutliche Steigerung der Usability, des Schutzes von persönlichen Daten und der eigenen Privatsphäre, sowie eine deutliche Professionalisierung vieler Webseiten.

yiid: Die Gefahr einer gewissen Übersättigung im Online-Bereich ist definitiv nicht von der Hand zu weisen. Das bringt uns zu der Frage, wie ihr von ednetz auf yiid aufmerksam geworden seid und welches Zukunftspotential du in unserem Projekt zu sehen scheinst?

Ich persönlich bin ein sehr aktiver Leser der deutschen Blogszene und beobachte sehr viele Startups, neue Ideen und Trends. Sobald mich ein Trend oder ein Geschäftsmodell interessiert, verfolge ich es über einen längeren Zeitraum und versuche, mir ein genaues Bild davon zu machen. yiid finde ich persönlich überaus interessant, auch wenn ich gerade die  API als etwas zu aufwändig und aktuell noch nicht ganz an die Bedürfnisse von Seitenbetreibern angepasst empfinde. Um die Privatsphäre unserer Mitglieder auf ednetz auch zu schützen, stellt ednetz yiid nur öffentliche Inhalte in Form von Partybildern, Artikel, Party-Terminen und Gruppen zur Verfügung, jedoch keinesfalls Daten der Mitglieder. Ich hoffe aber, dass mein direktes Feedback an yiid zur Verbesserung beiträgt und  die nachfolgenden Versionen dadurch besser in bestehende Plattformen integriert werden können. Auf Grund des eigenen Frameworks von ednetz wird das yiid-API-XML im ednetz-Framework erzeugt und aktuell per Pull-Request vom zweiten Webserver-Cluster aufgerufen,danach in viele kleine XML-Dateien aufgeteilt und einzeln als Push-Request zu yiid übertragen. Leider war es bei der Datenmenge von ednetz nicht möglich, einen einzigen Push-Request auszuführen. Trotz dieser kleinen technischen Widrigkeiten sehe ich gerade ob der gewaltigen Menge an sozialen Netzwerken ein großes Zukunftspotential in einer Seite wie yiid, die versucht, dieses Chaos zu ordnen.

yiid: Sebastian, vielen Dank für das aufschlussreiche Interview. Wir werden deine Ratschläge beherzigen und freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit.

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Online-Identität im Jahre 2010

Der folgende Beitrag bezieht sich auf den im Dezember vergangenen Jahres auf dem O’Reilly Radar veröffentlichten Artikel “Being online: identity, anonymity, and all things in between” von Andy Oram. Oram beschreibt in seinem mehr als auführlichen Posting die Entwicklung der Identität des Individuum in acht, inhaltlich zusammengehörigen Teilartikeln, die dem Leser eine längere Aufmerksamkeitsspanne als ein typischer, kurz gehaltener Blogeintrag abverlangen. Da sich in dieser Masse jedoch interessante Aspekte zum bisherigen Entstehen und der zukünftigen Richtung der Online Identität verbergen, sollen an dieser Stelle die wesentlichen Eckpunkte seines Beitrags in komprimierter Form dargestellt werden. Zur Illustration seiner Überlegungen zieht Oram Shakespeares Hamlet heran. Hamlet befindet sich im ständigen Zwiespalt zwischen seiner Selbstwahrnehmung und der Art und Weise, wie ihn seine Zeitgenossen sehen. Was das mit Internet und Online Identität zu tun hat? Folgen wir Oram durch die wichtigsten Punkte seiner Artikel, werden die Zusammenhänge offensichtlich:

  1. Die Geschichte der Erfassung der eigenen Identität durch Dritte beginnt nicht erst mit dem wachsenden Einfluss des Internet. Bereits vor den Zeiten von Google Überwachungshysterien und Datenschutzskandalen in Social Networks waren Institutionen und Interessengruppen in der Lage, mit Hilfe von z.B. statistischen Erhebungen, öffentlich zugänglichen Registern oder demografischen und historischen Aufzeichnungen ein recht präzises Bild von sozialen Milieus und den zugehörigen Einzelpersonen zu zeichnen. Oram führt drei gängige Merkmale zur Identitätskonstruktion an, wie sie etwa von Sicherheitssystemen zur Identifizierung verwendet werden: “something you possess, something you know, and something you are“. Teilinformationen wie etwa die über die IP nachvollziehbare geographishe Position des Nutzers verarbeitet das Netz bzw. einzelne Anbieter und Dienstleister auch ohne dessen persönliche Eingabe von Daten und Informationen. Fragmentierte Kleinstinformationen werden also verwendet, ohne daraus jedoch ein wirkliches Gesamtbild gewinnen zu können. Im Falle einer Straftat reichen diese Informationen jedoch zur völligen Identifizierung durch die Behörden aus.
  2. Personalisierte Online-Werbung wird aus weiteren Fragmenten der eigenen Identität generiert. Sie bezieht sich auf demografische Gruppen und nicht die Existenz einzelner Individuen und wird maschinell weiterverarbeitet. Oram verwendet als Beispiel computergesteuerter Datenerfassung das Google Dashboard. Google kann einem die Informationen nur dann personalisiert aufbereiten, wenn man sich eigenhändig eine Identität dort schafft. Der „reale“ Mensch in seiner Ganzheit tritt im Fokus eines Werbers also nicht in Erscheinung. Im Umkehrschluss entsteht jedoch die Gefahr, dass aus der Ableitung von durch Onlinenutzung generierten Daten Erkenntnisse geworden werden, die der weitaus komplexer angelegten Einzelpersönlichkeit anschließend als allgemeingültig vermittelt werden. Marketing sammelt also nicht nur, sondern greift durch die Umsetzung gewonnenen Wissens auch aktiv in das „reale“ Leben von Einzelpersonen und der Gesellschaft ein, kann Wertvorstellungen, Wünsche und Sorgen generieren und instrumentalisieren.
  3. Die in Punkt 2 erklärte „Reflexivität“ findet auch auf persönlicher Ebene im Internet statt. Ein vom „Gothic“ Stil fasziniertes Mädchen, das durch das Internet erst auf diese Mode aufmerksam wurde, wird als Reaktion weitere Mädchen durch die von sich online publizierten Fotos für diesen Stil begeistern und damit beeinflussen können. Die dem Internet oft nachgesagte Aufsplittung persönlicher Identitäten wird verdrängt durch die Möglichkeit, die eigene Identität spielerisch zu formen, auszuleben und durch Online Feedback bestätigt zu sehen. Twitter ist das Paradebeispiel dafür, das eigene Mitteilungs- und Darstellungsbedürfnis zu befriedigen. Interessanterweise kommt Oram zu der Annahme, dass Gruppenzugehörigkeit im Internet eher verstärkt ausgelebt wird. Die Wahrnehmung von Gruppen aller Art wird durch das Online Verhalten der zugehörigen Menschen entscheidend beeinflusst. Geschlecht, Ethnie und sozialer Hintergrund finden sich auch in unseren Onlineauftritten wieder und bestimmen über die Wahrnehmung der Gesamtgruppe durch Dritte. Das Netz bietet nun also die Möglichkeit, Stereotypen umzugestalten oder zu verstärken.
  4. Social Networks generieren laut Oram eine „personal information economy“. Information wird zur Handelsware, die wir im Austausch gegen für uns vorteilhafte und interessante Informationen anderer User preisgeben. Wir befinden uns also auf einem Markt, der uns ein stetiges situations- und netzwerkgerechtes Abwägen abverlangt, was der virtuellen Öffentlichkeit zu welchem Zweck mitgeteilt werden soll. Ein kommender Trend, der bereits durch Second Life anklang, ist die Anbindung der Community selbst an das „externe“ Leben. Reale Plätze sollen sich im Netzwerk repräsentiert wiederfinden, um dem User Bezugspunkte zu seiner eigenen Identität bieten zu können. Vielleicht findet sich hier die Wurzel des beginnenden Trubels um Foursquare

Die Hamlet-Problematik besteht also darin, dass unser Onlineleben immer nur -  im wahrsten Sinne des Wortes -  „bit by bit“ wahrgenommen wird, aber für den Betrachter nie unsere ganze Geschichte und unser gewünschtes Selbstbild zum Ausdruck kommen. yiid bietet eine kleine Gehhilfe, um den Überblick über sich selbst im Netz zu behalten, die „Geschichte“ zur eigenen Onlinexistenz, wie Oram es blumig betitelt, müssen wir jedoch durch stetigen Dialog in den Social Networks und Blogs selbst schreiben, um möglichst dem eigenen Interesse entsprechend wahrgenommen zu werden. Orams kompletter Text sei jedem Internetbegeisterten an dieser Stelle wärmstens empfohlen, auch wenn er in seiner Länge vor dem Screen nur schwer zu genießen ist.

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Jimdo ist mit an Bord

Pages to the people macht Jimdo. Jeder kann hier einfach und schnell seine eigene Webseite samt eMail-Adresse anlegen. Der Service steht kostenlos mit Textbanner oder für fünf EUR monatlich zur Verfügung.

Das Besondere: Jimdo ist ein Webseitenbaukasten MIT Community Funktionen.
Jimdo-Mitgründer Matthias Henze erklärt im Interview mit Miriam Godau am 15. April 2008 was Jimdo kann und wieso Jimdo künftig auch über communipedia gefunden werden soll.

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